Als ein alter Mann in der geriatrischen Abteilung eines Pflegeheims in einer australischen Kleinstadt starb, wurde davon ausgegangen, dass er nichts mehr von Wert besäße.
Später, als die Krankenschwestern seine wenigen Habseligkeiten durchschauten, fanden sie dieses Gedicht. Berührt von dem tiefen Inhalt des Gedichtes, entschloss sich das Personal, Kopien davon zu machen und sie an jeder Krankenschwester und jedem Mitarbeiter im Pflegeheim zu verteilen.
Eine Krankenschwester nahm ihre Kopie mit nach Melbourne.
Das Vermächtnis des alten Mannes an die Nachwelt wird seither in den Weihnachts-Ausgaben und Zeitschriften im ganzen Land veröffentlicht und erscheint in Magazinen der Mental Health. Eine Präsentation ist auch auf der Grundlage seiner einfachen, aber eloquenten Darstellung als Gedicht erschienen.
Und dieser alte Mann, der nichts anderes hinterließ, was er der Welt geben konnte, ist letztendlich der Autor dieses ‘anonymen’ Gedichtes welches sich mit Engelsflügel über das Internet verbreitet:
Schrulliger alter Mann
Was seht Ihr, Krankenschwestern? …… Was seht Ihr in mir?
Was denkt Ihr…… wenn Ihr versucht mich anzusprechen?
Ein schrulliger alter Mann …… nicht sehr klug,
Unsicher in seiner Gewohnheit …… mit welchem Blick?
Er fingert in seiner Nahrung …… und gibt keine Antwort.
Wenn Ihr mit einer sehr lauten Stimme sprecht:…. “Ich wünschte, du würdest es alleine versuchen!”
Er scheint nichts zu bemerken, …… von den Dingen, die Ihr tut.
Und ewig verliert er etwas …… eine Socke oder Schuh?
Manchmal leistet er Widerstand oder nicht …… könnt Ihr mit mir tun, was ihr wollt?
Mit Bädern und Fütterung …… Euren langen Tag zu füllen?
Ist es das, was Ihr denkt? …… Ist das, was Ihr seht?
Dann öffnet Eure Augen, Krankenschwestern …… Du schaust nicht auf mich!
Ich werde Dir sagen, wer ich bin …… Während ich hier sitze so still.
Als ich nach Ihrer Pfeife tanzte …… und mich Ihrem Willen beugte, um zu essen.
Ich war einst ein kleines Kind …… ich hatte auch einen Papa und eine Mama.
Brüder und Schwestern …… die einander liebten.
Ich war mal ein Junge von sechzehn …… mit Flügeln an den Füßen.
Mit Träumen, dass er nun bald …… die Liebe seines Lebens er treffen werde.
Ein Bräutigam mit fast zwanzig …… mein Herz tanzte und war glücklich.
Erinnerung an das Gelübde, …… dass ich zu halten versprach.
Mit fünfundzwanzig …….. ich bin der Herr meines eigen Lebens.
Niemand braucht mich zu lenken …… Und ich habe ein sicheres glückliches Zuhause.
Ein Mann von dreißig …… Ich bin schnell gewachsen,
aneinander gebunden an meine Frau und Kinder …… Mit Bindungen, die dauern sollen.
Mit vierzig, meine Söhne …… aufgewachsen und gegangen,
Meine Frau ist immer an meiner Seite …… wir sind glücklich und wir haben UNS.
Mit Fünfzig noch mal:… …… Babies krabbeln und spielen um meine Knie,
Ach, wir kennen doch die Kinder …… Meine Liebste und ich.
Dunkle Tage sind nun gekommen …… Meine Frau ist tot.
Ich schaue in die Zukunft …… und mich schaudert vor Angst.
Für meine Kinder…. …… sind ihre eigenen Kinder das Wichtigste.
Und ich denke an all die vergangenen Jahre …… Und die Liebe, die ich kannte.
Ich bin jetzt ein alter Mann …… und die Natur ist grausam.
Es jetzt bis ins hohe Alter zu schaffen …… und wie ein Narr aussehen.
Der Körper zerfällt mir …… Gnade und Kraft, sind weggefahren.
Jetzt ist dort nur ein Stein …… wo ich einstmal ein Herz besaß.
Aber in diesem alten Körper …… wohnt noch immer ein junger Mann.
Und hin und wieder …… schwillt mein angeschlagenes Herz.
Ich erinnere mich an die Freude …… Ich erinnere mich an den Schmerz.
Und ich liebe und lebe …… das Leben immer noch und jeden Tag auf das Neue.
Ich denke an die Jahre, die allzu wenigen …… sie sind zu schnell gegangen.
Und akzeptiere die nackte Tatsache, …… dass nichts ewiglich dauern kann.
So öffnet die Augen, ihr Menschen …… öffnet und seht!
Nicht ein schrulliger alte Mann ……
Kommt näher und sehet!
Sehet…..
MICH!!!
Erinnere Dich hier an diese Zeilen, wenn Du das nächste Mal eine Lebewesen hast, was Du zur Seite schieben möchtest. Ohne mal in seine junge Seele oder sein Leben geschaut zu haben. Auch Du bist irgendwann einmal alt….
Wie wir alle, eines Tages…..
(Ursprünglich von Phyllis McCormack “Crabbit Old Woman”; angepasst durch Dave Griffith, “Too Soon Old”)
“The best and most beautiful things of this world can’t be seen or touched… they must be felt by the heart!” – Helen Keller
Die Geschichte erschien bei Mirko R. Betz 2018